Kirchenpatronin

Die Pfarrkirche ist der hl. Maria Magdalena geweiht.

Nach den Evangelien trieb Jesus sieben Dämonen aus Maria Magdalena aus (Lk 8,2; Mk 16,9). Sie gehörte zu den Frauen, die Christus nachfolgten und für seinen und der Jünger Unterhalt sorgten (Lk 8,3). Diese Frauen begleiteten ihren Herrn nach Jerusalem, sie standen unter dem Kreuz, als die Jünger – außer Johannes – geflohen waren (Mt 27,55f), halfen beim Begräbnis (Mt 27,61; Mk15,47) und entdeckten am Ostermorgen das leere Grab (Mk 16,1-5, Joh 20,1). Nachdem Maria Magdalena hiervon den Jüngern berichtet hatte, begegnete ihr als erster der Auferstandene und trug ihr die Auferstehungsbotschaft an die Jünger auf (Joh 20,11-18).

Weil Maria von Magdala als die Erste genannt ist, die dem Auferstandenen begegnete, wurde sie schon in der Alten Kirche als Apostelgleiche verehrt. Im 3. Jahrhundert verlieh ihr Hippolyt von Rom die ehrenvolle Bezeichnung Apostola apostolorum – „Apostelin der Apostel“.

Papst Gregor I. setzte im Jahr 591 (darin Hippolytus folgend) in einer Predigt Maria von Magdala mit der Sünderin gleich, die Jesus die Füße wusch und deren Name nicht überliefert ist (Lk 7,36-50). Diese Identifikation wurde Teil der katholischen Überlieferung, in der diese andererseits aber auch oft mit Maria von Bethanien, der Schwester von Martha und Lazarus (Joh 11,1-2), gleichgesetzt wird. Im Mittelalter vermischte man außerdem Motive der Legende der Maria von Ägypten mit denen der Maria Magdalena.

Die Heilige ist Schutzpatronin der Frauen, der Verführten, der reuigen Sünderinnen, der Schüler, Studenten und Gefangenen sowie der Winzer, Weinhändler, Handschuhmacher und Friseure. Im Burgenland ist Maria Magdalena Patronin von drei Pfarren: Leithaprodersdorf, Mönchhof und Schützen am Gebirge.

Der Gedenktag der hl. Maria Magdalena ist der 22. Juli (katholisch, orthodox, anglikanisch, evangelisch). Da ihr Fest mitten in die Erntezeit fällt, haben unsere bäuerlichen Vorfahren den Kirchtag auf den ersten Sonntag im August verlegt. Den Kirchtag organisiert heute die Feuerwehr mit einem Volksfest mit Speis' und Trank, an dem auch das traditionelle "Blodernschwimmen" der Frauen in der Leitha stattfindet: Die Frauen bilden mit ihren Schürzen und Röcken "Blodern" (Blasen), die sie wie Schwimmreifen auf dem Wasser tragen. Bis in jüngste Vergangenheit wurde das Patrozinium an diesem Sonntag mit einer Feldmesse beim Feuerwehrhaus begangen; erst seit kurzem feiert die Pfarre den Kirchtag mit einem Hochamt im Gottesdienst.

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